Verfasst von: Der Reiseführer | Januar 7, 2012

Die Kaiserthermen in Trier an der Mosel

Die Kaiserthermen in Trier wurden gegen Ende des 3. Jahrhunderts erbaut und zählen heute neben den Anlagen in Rom und den Barbarathermen in Trier zu den drei größten Badeanlagen des Römischen Reichs.

Die Kaiserthermen wurden zu einem Zeitpunkt erbaut, als die heutige Stadt Trier, die damals noch Augustus Treverorum hieß, ihren Aufschwung erlebte. Sie wurde zur neuen Kaiserresidenz und damit einher gingen zahlreiche für das Römische Reich typische Bauten.

Es ist davon auszugehen, dass die Kaiserthermen ganz bewusst an ihrer heutigen Stelle errichtet wurden. Denn hier fließen sowohl kleine Flüsse als auch Aquädukte entlang, sodass eine ständige Versorgung mit Frischwasser garantiert war. Gebaut wurde eine riesige Badeanlage, die immerhin 250 x 145 Meter groß ist. Sie teilt sich in verschiedene Bereiche auf, von denen zahlreiche sogar unterirdisch zu finden sind. Denn hier gibt es labyrinthartige Gänge, die der Versorgung und Beheizung der Anlage dienen sollten. Auch Botengänge konnten über dieses unterirdische Gangsystem erfolgen. Oberirdisch wurden die Bäder nebst Brunnenhaus und Sportplatz errichtet. Die Bäder teilen sich in ein Kaltbad (Frigidarium), ein lauwarmes Bad (Tepidarium) und ein Warmbad (Caldarium) auf. Sie wurden von riesigen Hallen umschlossen, die gewaltige Kuppeldächer aufweisen. Teils sind heute noch die mit farbigem Putz oder Marmor versehenen Wände zu bewundern.

Heute ist übrigens davon auszugehen, dass die Kaiserthermen niemals in Betrieb gegangen sind. Denn Historiker haben festgestellt, dass wichtige Wasseranschlüsse niemals zu Ende gebaut wurden.

Über die Jahrhunderte hinweg wurde diese Anlage für ganz verschiedene Zwecke missbraucht. Sie wurde Kaserne und Wohnanlage für Stadtadel oder andere Bevölkerungsschichten. Auch Abteien waren hier untergebracht im Mittelalter. In dieser Zeit wurden Klöster errichtet und auch wieder zurückgebaut.

Heute werden die Kaiserthermen vorwiegend zu kulturellen Zwecken genutzt. Die großzügige Sportanlage ist für die Bevölkerung freigegeben und so sind hier tatsächlich regelmäßig Amateursportler anzutreffen. Aber auch für Open Air Veranstaltungen wird die Kaisertherme gerne genutzt. Und im ehemaligen Warmbad befindet sich heute sogar ein Theater, das sich regem Zulauf erfreut.

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